Buchvorstellung: Lutz E. von Padberg – In Gottes Namen?

Von Kreuzzügen, Inquisition und gerechten Kriegen. Die 10 häufigsten Vorwürfe gegen das Christentum. (Giessen/Basel: Brunnen, 2010)
Der Historiker Lutz E. von Padberg geht in diesem Buch einigen der Vorwürfe gegen den christlichen Glauben nach, die etwas damit zu tun haben, was Christen und/oder die Kirche in der Vergangenheit angeblich alles falsch gemacht haben. Es ist natürlich nicht so, dass es in der Geschichte der Kirche nicht eine ganze Reihe von dunklen Stellen geben würde, aber manche Vorwürfe schießen dann doch über das Ziel hinaus. Zehn verschiedene Vorwürfe, angefangen bei der Unterdrückung von Frauen, über Inquisition und Hexenverfolgung zum Kolonialismus werden in diesem Buch genauer unter die Lupe genommen. Dabei wägt der Autor immer wieder sorgfältig ab, welche Vorwürfe gerechtfertigt sind und wo Christen Dinge deutlich falsch gemacht haben und wo die Anklagen gegen die Kirche übertrieben oder ganz falsch sind. So weist der Autor darauf hin, dass man zum Beispiel beim Verständnis der Kreuzzüge beachten muss in welchem historischen Zusammenhang diese geschehen sind, aber zugleich hat die Kirche, die eigentlich für Frieden stehen sollte, da eine schwere Schuld auf sich geladen. Anders ist es zum Beispiel bei den Hexenverfolgungen, die häufig mit der Kirche in Verbindung gebracht werden, aber eigentlich vom Staat durchgeführt wurden.
Jedes der zehn Kapitel beginnt mit einer Darlegung des Vorwurfs, schaut sich dann die historischen Zusammenhänge etwas genauer an und schließt mit einem Fazit und ausführlichen Literaturhinweisen, die man verwenden kann, wenn man sich noch tiefer mit dem Thema beschäftigen möchte.
Das Buch ist sicherlich nicht immer ganz lockere Gute-Nacht-Lektüre, aber für Leute, die sich immer mal wieder die Frage gestellt haben, was dran ist an den Vorwürfen gegen die Geschichte des Christentums, hat das Buch eine ganze Menge wirklich guter und wichtiger Antworten parat.
Verfasst von Matthias Haufe.
Veröffentlicht am 13.10.10.
Matthias reist für die Schüler-SMD durch Baden, Rheinland-Pfalz und das Saarland. Er besucht dort Schülerbibelkreise (SBKs), unterstützt Schulbeweger und organisiert viele Treffpunkte für SBKs und Schulbeweger in dieser Region.
