Links liegen lassen, rechts gehen?
Dreckig, schlecht gekleidet, stinkend, verfilzte Haare… Von Allen gemieden und nicht beachtet. Womöglich hast du jetzt ein Bild von einem Mitschüler vor Augen, der von allen verachtet wird und fast keine bis keine Freunde hat. Oder vielleicht ist er ja auch einfach nur ein nerviger Typ, der Witze an der falschen Stelle macht, andere nur beleidigt und sich scheinbar selbst ins Aus schießt und deswegen von anderen gemieden wird. Aber möglicherweise ist er eigentlich nicht so schlimm und wird einfach so von Anderen nicht beachtet und geächtet.
Solche Typen gab es auch schon früher. Jesus erzählt in einer Geschichte von solch einem Typ, der nichts dafür konnte. Er wurde von Räubern überfallen, sie klauten sein Geld, seine Klamotten und ließen ihn einfach so liegen. Doch dann kommen hohe Tiere der Kirche vorbei. Erst ein Tempeldiener, dann ein Priester und keiner der beiden beachtete ihn. Erst der dritte ein Ausländer(ein Samariter, also ein Außenseiter) half dem Geschändeten, versorgte ihn und sorgte dafür, dass er wieder auf die Beine kommt. (Luk. 10, 30-35)
Das eine, was mir an der Geschichte auffiel: es gibt verschiedene Arten zu schikanieren! Die aktive Art (die Räuber), die ihn ausrauben und die passive Art (die hohen Tiere der Kirche), die ihm nicht helfen. Beides ist wirklich schlimm. Glücklicherweise gibt es noch den Samariter, der das Leid nicht sehen kann und ihm hilft!
Wenn du jetzt den Blick weg von der Geschichte, hin auf deine Klasse wendest: Wer schikaniert aktiv und wer passiv? Oder anders ausgedrückt: Wer mobbt und wer schaut dabei alles weg und beteiligt sich nicht? Und jetzt eine Frage an Dich persönlich: Gehörst Du zu der 3. Sorte und bist Du ein Samariter, der Leid und Unrecht nicht sehen kann und eingreift?
Nachdem Jesus die Geschichte erzählt hatte, fragte er, wer denn nun „der Nächste“ für den Mann sei, der ausgeraubt wurde. Der Mann erwiderte, dass es der sei der Mitleid hatte. Und Jesus fordert ihn auf genauso zu handeln. Jesus möchte auch, dass Du so handelst! Links liegen lassen und rechts vorbeigehen kann jeder. Frag also nicht: „Wer ist mein Nächster?“ sondern „Wie wieder ich zum Nächsten?“. An einer anderen Stelle sagt Er: „Was immer ihr für einen meiner Brüder getan habt – und wäre er noch so gering geachtet gewesen –, das habt ihr für mich getan.‹“(Mt. 25,40)
Verfasst von Philipp Richter.
Veröffentlicht am 06.09.11
Philipp reist für die Schüler-SMD durch Berlin, Brandenburg und Meck-Pomm. Er besucht dort Schülerbibelkreise (SBKs), unterstützt Schulbeweger und organisiert viele Treffpunkte für SBKs und Schulbeweger in dieser Region.
